Bild:© Daniel Ammann, Herisau (CH)

AUTORENBIOGRAPHIE

Rolf Peter Sieferle (1949‒2016) studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor für allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Sein Fachgebiet war die Naturgeschichte der menschlichen Gesellschaften, deren Eigenarten und Funktionsweisen Sieferle aus der jeweiligen Energiewirtschaft ableitete. Zu seinen Hauptwerken zählen Epochenwechsel (1994) und die universalhistorische Bilanz Rückblick auf die Natur (1997). Sein 1982 erschienenes Werk Der unterirdische Wald gilt bis heute als Standardwerk zur Durchsetzung des Energieträgers Steinkohle. 2010 verfasste Sieferle für den »Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen« der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der Vergangenheit. 2017 beginnt die Herausgabe seiner gesammelten Werke im Manuscriptum Verlag.

„Die Menschheit besteht somit konkret aus einer Vielzahl von Volksindividuen, hinter die nicht mehr auf ein Elementareres zurückgegangen werden kann. Das menschliche "Individuum" ist in dieser Perspektive bloße Besonderung eines Volkes, nicht jedoch sein konstitutiver Baustein. Jenseits des Volkes liegt höchstens noch die "Menschheit" im zoologischen, nicht aber in einem historisch-kulturellen Sinn“
Thomas Hoof im Interview mit Sezession.

Im folgenden Interview äußert sich der Sieferle-Verleger Thomas Hoof über seine Wertschätzung des Autors Sieferle, die Bedeutung seines vielschichtigen Werkes und seine Rezeption in Vergangenheit und Zukunft. mehr lesen....


Über den Gipfeln ist Ruh‘. Das verstörende Werk des Gelehrten Rolf Peter Sieferle - von Thomas Schmid

Wer ihn noch nicht kennt: Trotz der Zeitgeist-Adresse für uns der weitaus bemerkenswerteste Artikel zu Sieferle auf dem WELT-Blog von Thomas Schmid: Die liberale Diskursmaschine funktioniert nicht immer gut. Zuweilen wird sie sogar unversehens zu einer Diskursverhinderungsmaschine. Anders als manche Verschwörungsgläubige annehmen, steht dahinter aber keine Absicht, kein Plan. Es auch ist keine Machenschaft. Vielmehr sind Bequemlichkeit, Opportunismus, Herdentrieb und der feste Wille am Werk, keinesfalls in gedankliche Sphären vorzudringen, in denen es ungemütlich werden könnte. Lange schon gibt es einen liberalen und linken Konformismus, eine scheinbar heile Welt derer, die sich auf der aufgeklärten Seite des Ufers wähnen. Ein besonders absurdes und blamables Beispiel dafür hat dieses Milieu in den vergangenen Wochen und Monaten im Umgang mit einem Buch des 1949 geborenen Historikers, Soziologen und Philosophen Rolf Peter Sieferle geliefert. mehr lesen...


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Presse- und Leser-Stimmen zu den Büchern Rolf Peter Sieferles:


»Es bleibt zu hoffen, daß dieses Buch viele nicht nur interessierte, sondern auch mitdenkende Leser findet. Zwar macht es Sieferle dem philosophisch oder soziologisch nicht vorgebildeten Leser keineswegs leicht, wenn er umstandslos von der Epoche der „Realtranszendenz“ oder der „modernen systemischen Gesellschaft“ spricht. Aber die genaue Lektüre wird durch viele überraschende Einsichten, neue Denkanstöße und nicht selten brillante Formulierungen belohnt. Daß die linksliberale Intelligenzia hierzulande versuchen wird, das Buch totzuschweigen oder in Rezensionen niederzumachen, darf als sicher gelten. Gerade deshalb verdient es Aufmerksamkeit und Empfehlung.«
Hans-Christof Kraus über Epochenwechsel, in: Die Welt, 26. März 1994

»In einem Zeitrafferfilm von wunderbarer Anschaulichkeit zeigt er, wie der Erdboden von Pfaden, Wegen und Straßen durchzogen, gerodet, besiedelt und bebaut wird. Am Ende steht die Nicht-Natur, in der wir heute leben. Sieferles landschaftliche Menschheitsgeschichte und Kulturphysiognomie erinnert an eine sehr deutsche Tradition, jene Geschichtsgeographie, die Rudolf Borchardt in seinem Band Der Deutsche in der Landschaft sammelte. Aber er hat sie bereichert durch französische Sozialgeschichte und neue ökologische Theorie. […] Am Ende mündet sein Buch in ein Gesamtbild des gegenwärtigen Zeitalters, das an kulturkritischer Schärfe, melancholischem Witz und nostalgieloser Nüchternheit seinesgleichen sucht.«
Über Rückblick auf die Natur, in: Merkur, 3/2000

»Jede Seite des stilistisch hervorragenden, inhaltlichen kühnen Essays lohnt die Lektüre. […] Ob man Sieferles Attacke gegen den Begriff "Moderne" zustimmt, ist letztlich eine Anschauungsfrage. Solange die Historiker sich einig sind, daß die Welt seit der industriellen Revolution nicht mehr die alte war, ist es fast egal, mit welchem Namen man die Zeit danach belegt. Wirklich bemerkenswert ist freilich die Hitze, mit der Sieferle seinen Angriff reitet: als ginge es nicht nur gegen den falschen Ausdruck, sondern auch gegen die Zeit, die so beschrieben wird. Als aufgeklärter Zeitgenosse muß er sich die Nostalgie versagen, aber der Rest an unartikulierbarer Trauer mag die Quelle sein, aus der seine Energie zur Theorie und zur originellen historischen Darstellung sich speist.«
Franziska Augstein über Rückblick auf die Natur, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 4. November 1997

»Whatever becomes of Mr. Sieferle’s reputation, the scandal around him reveals certain unsuspected problems. When the German literary establishment unanimously denounced Mr. Sieferle’s work as an extremist tract, readers did not nod in agreement. They pulled out their wallets and said, “That must be the book for me.” This is a sign that distrust of authority in Germany has reached worrisome levels, possibly American ones.«
Christopher Caldwell, New York Times, 8. Juli 2017

»Lektüre, die schmerzt, aber sein muß.«
Cora Stephan über Das Migrationsproblem, in: Die Wirtschaftswoche, 14. März 2017.

»Wohl nur den wenigsten war der Historiker und Politologe Rolf Peter Sieferle bis vor kurzem ein Begriff. Erst nach seinem Freitod im September 2016 wurde Person und Denken Sieferles Teil der öffentlichen Debatte, nicht zuletzt weil Michael Klonovsky auf seinem Blog "Acta Diurna" den regen Briefwechsel zwischen ihm und dem Verstorbenen detailliert Revue passieren ließ. Nun ist Sieferles letztes Werk "Das Migrationsproblem – Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung" erschienen, welches eine schonungslose Analyse der bundesdeutschen Gegenwart liefert und dabei kaum Spielraum für Hoffnung auf Besserung lässt. «
Aus einer Amazon-Rezension
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Epochenwechsel

Die Deutschen an der Schwelle zum 21. Jahrhundert

Band 1 der Werkausgabe: Rolf Peter Sieferles politisches Hauptwerk in einer vom Autor bearbeiteten, unveröffentlichten Fassung. Erscheint am 10. Oktober 2017!
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Das Migrationsproblem

Über die Unvereinbarkeit von Sozialstaat und Masseneinwanderung

In der Migrationskrise offenbaren sich nicht nur die Schwächen und das Scheitern des permissiven Staates, sondern auch die grassierenden Verständnis- und Erklärungsnöten der Öffentlichkeit.
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Finis Germania

Platz 6 auf der SPIEGEL-Bestsellerliste "Sachbuch"! Platz 9 bei "Sachbücher des Monats"von Süddeutscher Zeitung und NDR!

In diesem Buch steckt Sieferle die deutsche Lage ab: von Deutscher Sonderweg und Siegerperspektive über Politiker und Intellektuelle bis zur Logik des Antifaschismus. Sieferle bringt Unhintergehbares auf den Punkt und wirkt damit verstörend bis in die FAZ hinein: Wie kann ein so kluger Mann plötzlich von rechts her denken?
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„Bildeten England und Frankreich die Pioniere der modernen Welt, so wurde Deutschland zum Pionier der kritischen Auseinandersetzung mit dieser modernen Welt als einer fremdartigen, von außen hereindringenden Bedrohung, aber auch Chance. Die deutsche Reaktion auf den „Westen“ wurde daher beispielhaft für die Art und Weise, wie sämtliche übrigen nicht-westlichen Kulturen auf die Konfrontation mit dem Westen reagieren sollten.“

Thomas Hoof über Sieferle und die Medien.

Aus dem trübseligen Chor der Journalisten, die sich zu Rolf Peter Sieferle und seinen postumen Werken äusserten, versuchten nur wenige Schreiber auszubrechen. Mit seinem Blogbeitrag vom 4. August gehört Thomas Schmid von der Welt zu dieser kleinen Schar aus »Abweichlern«. Thomas Hoof antwortet darauf mit einem Brief, den wir hier veröffentlichen: Zu Thomas Hoofs offenem Brief an Thomas Schmid


BALD ERHÄLTLICH:


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Krieg und Zivilisation
Eine europäsche Geschichte

Band 2 der Werkausgabe: Rolf Peter Sieferles letzte große Arbeit »Krieg und Zivilisation«. Der Krieg als Universalie der kulturellen Evolution mit dem Schwerpunkt auf Europa und dem 20. Jahrhundert.

Erscheinungsdatum im Frühjahr 2018!
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Sie erhalten die Reihe auch zum günstigen Subskriptionspreis. Schreiben Sie uns unter info@manuscriptum.de, um nähere Informationen zu erhalten.

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Unsere Verlagsbroschüren als PDF. mehr lesen....

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Unser Prospekt zum Gesamtwerk Rolf Peter Sieferles als PDF. mehr lesen....