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H. L. Mencken

Kulturkritische Schriften 1918-1926

Ursprünglicher gebundener Ladenpreis: 19,80 Euro.


Noch heute echter Zündstoff.

H. L. Mencken (1880–1956) ist, wie Helmut Winter in seinem Nachwort betont, wie Karl Kraus und Kurt Tucholsky ein sprachmächtiger Schreiber mit unbändiger Lust an der provokanten Formulierung. In den USA war er fast eine Institution, im deutschen Sprachraum in den letzten Jahrzehnten aber so gut wie vergessen. Seine Wiederentdeckung konnte nur eine Frage der Zeit sein. Menckens Stil ist eine Mischung aus präziser Beobachtung und schamlos persönlichem Urteil, aus historischer Analyse und derber Satire, aus teutonischer Grobheit und amerikanischer Unbekümmertheit. In den drei hier versammelten Texten aus den Jahren 1918 bis 1926 rückt er – getreu seiner Devise „Isolieren und übertreiben“ – den Übelständen seiner Zeit und seines Landes Temperamentvoll zu Leibe. Er zerreißt die Schleier öffentlicher Vernebelungen, legt hinter hehren Glaubensbekenntnissen Kleingeisterei und Unmoral bloß, entlarvt die Demokratie als faulen Zauber, mit dem der Massenmensch seinen begabteren Nachbarn übertölpelt, und beklagt mit dem ironischem Lob der Frau zwischen den Zeilen den Mangel an hervorragenden Männern (die für ihn allein in Besitz der wahren Kerntugenden sind). Die Lektüre ist amüsant, wegen der tückischen Doppelbödigkeit, der Verflechtung von Ernst und Sarkasmus, von flüchtiger Impression und profunder Reflexion, aber auch anspruchsvoll. Für Mencken war eine gute Formulierung mehr wert als eine große Wahrheit. Er hantierte, wie Edmund Wilson gesagt hat, „mit einem haarscharfen, an Nietzsches Stil geschliffenen Seziermesser“.
Im ersten Band der Manuscriptum-Ausgabe macht er sich gleich dreier Ruchlosigkeiten schuldig: des Anti-Feminismus („Die Verteidigung der Frau“, 1918), des Anti-Amerikanismus („Das amerikanische Credo“, 1920) und der Demokratiefeindlichkeit („Demokratenspiegel“, 1926), wobei diese drei Objekte seines Spottes für ihn nur drei Aspekte ein und derselben Abirrung sind. „Mencken war davon überzeugt, daß sich die Wahrheit unaufhörlich wandelt und verändert ‚wie die Oberfläche eines Diamanten‘. Mit sich identisch ist nur das Dumme und Dumpfe, das sich zäh in Form hält“, schrieb Ulrich Horstmann in der Süddeutschen Zeitung. „Wo demnach Irrtümer als ‚die einzige fixe Größe in einer Welt des Chaos‘ erscheinen, da müssen argumentative Fest-Stellungen immer wieder unterlaufen, gedreht und gewendet werden, um ihre Brillanz und ihren Esprit zu erhalten.“

Also: Eine Stimme unter lauter Stimmchen, häufig blutdrucksteigernd, manchmal adstringierend, oft die Nerven reizend, meist aber mit der Entladungs- und Entlastungswirkung eines Sommergewitters.
flexibles Leinen mit Schutzumschlag
Fadenheftung, Leseband.
464 Seiten
12,5 x 19,8 cm

Lieferzeit: 2-3 Tage

ISBN: 978-3-933497-47-5

Regulärer Preis: 19,80 €

14,00 €
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