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Alexander Meschnig, Rainer Paris, Josef Kraus u.a. Frank Böckelmann

TUMULT - Herbst 2018

Vierteljahresschrift für Konsensstörung Herbst 2018

»Das alte Europa hat alle Schreckgespenste, die es selbst hervorgebracht hat, überwunden: die Sklaverei, den Faschismus, den Kolonialismus und den Stalinismus - nur von einem Fluch konnte es sich nicht befreien: von seiner Selbstverachtung. Dabei ist das schlechte Gewissen kein Schuldgefühl angesichts eines bestimmten Verbrechens. Vielmehr ist es für viele zu einer Identität geworden, für die von der eigenen Vergangenheit Erschütterten wie ein zweites Zuhause, ein bequemes Refugium, um sich von unserem Jahrhundert loszusagen. (...) Aber ein Kontinent, der sich selbst nicht liebt, kann auch nicht von anderen geliebt werden und befindet sich in moralischer Hinsicht auf dem Weg in den Untergang. Er kann von anderen kolonisiert werden, weil seine Geisteshaltug ihn kolonisierbar gemacht hat. Wir ergötzen uns an unserem Verschwinden und präsentieren diese Selbstauslöschung auch noch als Beweis für eine große Luzidität. (...)

Wenn wir unsere Geisteshaltung nicht ändern, werden wir von einer wilden, unaufgeklärten Kultur, die gleichzeitig aber auch dynamischer ist als die unsrige, verdrängt werden und im Laufe des nächsten Jahrhunderts von der Bildfläche verschwinden. Niemals zuvor in der Geschichte waren wir sowohl unserem Untergang als auch unserem Wiedererwachen so nahe.«

Pascal Bruckner

112 Seiten,
broschiert
ISBN: 978-3-946730-088

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Beschreibung

Details

INHALT

21 Bilder von Christoph Draeger

Frank Böckelmann – Auf der Realitätsflucht


SCHNEISEN

Jonathan Meynrath – Vor aller Augen und jenseits aller Vorstellung Über die letzten Tage Europas
Alexander Meschnig – Eine neue Form der Kolonisierung?
Pascal Bruckner – Wer sind unsere Feinde? Aus dem Französischen von Stefan Barme
Johannes Eisleben – Waffensysteme des 21. Jahrhunderts: reloaded
Michael Esders – Gut ist mehr als wahr Über die Moral des diskursvermeidenden Erzählens

DAS DOKUMENT

Bernd Hüppauf – Hexenjagd oder Suche nach Gerechtigkeit? Die Causa Avital Ronell aus einer Innenperspektive

RÄUME DES POLITISCHEN

Angela Wierig – Die Diktatur der braven Menschen Als Nebenklägervertreterin im NSU-Prozess
Santiago Ewig – Was es heißen kann, ein Deutscher zu sein
Boris Blaha – Der falsche Bürgerkrieg
Florian Gärtner – Die Lage und ihre Negation Entgründung à la Habermas

LEBENSWELT NETZ

Michael Hummel – Die künstliche Intelligenz als neues Grenzland Die »Manifest Destiny« des Silicon Valley und der Aufbruch in das »posthumane« Zeitalter

MASSENZUWANDERUNG

Astrid Nestvogel – Verwandtenehen Muslimische Inzucht und Behinderung
Thomas-Jürgen Muhs – Überlegungen zur demografischen Entwicklung in den kommenden Jahren

BELICHTUNGEN

Rainer Paris – Ein Graffito Analyse einer Entgleisung
Rolf Kühn – Die nicht zurückverfolgbare Spur des Erinnerns an Gewalt Zur Ästhetik des Holocaust-Mahnmals in Berlin
Stefan Barme – Kulturrealismus oder Warum erschlaffen die Künste?

LANDSCHAFTEN

Timo Kölling – Der Irrsinnige / Umkehr
Benjamin Jahn Zschocke – Unter den Augen des Stiers Einakter
Siegmar Faust – Verwundet vor einem Wunder In memoriam Wolfgang Hilbig
Hans Willenberg – Eigenartigkeit / Väter
Till Röcke – Befreiung
Takasaki – 7564,1 / 7549,1 / 559,7 

RÜCK-BILDUNG

Josef Kraus – Vergeigte Bildung: Eindrücke – Erkenntnisse – Einwände Teil 5: Die selbstvergessene Bildungsnation