Subs

Thor Kunkel
Gebundene Ausgabe. 448 Seiten. Mit Leseband
ISBN:
978-3-944872-74-2
Erschienen:
2018
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7944872742
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Wohl situiert und frei von allen Sorgen leben die Rechtsanwältin Evelyn und ihr Mann Claus, ein Schönheitschirurg, in einer Villa im Grunewald. Ihr privilegierter Alltag nimmt jedoch eine neue Wendung, als die polnische Haushaltshilfe spurlos verschwindet. Auf Claus‘ ironisch-anzügliche Stellenanzeige melden sich nicht nur überqualifizierte Akademiker, sondern auch Langzeitarbeitslose und Flüchtlinge, die sich dem Ehepaar tatsächlich als Sklaven anbieten. Sie sind die »Subs«, moderne Leibeigene, Haushaltsklaven vom Balkan, die ihren Herren vollständig untergeben sind. Die Unterwerfung erfolgt aus freien Stücken, denn die modernen Sklaven ziehen das Leben im luxuriösen Umfeld der staatlichen Fürsorge vor. Mit der ständigen Dienstbereitschaft der Untergebenen steigen auch die Ansprüche ihrer Herren. In der hedonistischen »Gated Community« der Hauptstadt ist erlaubt, was man sich leisten kann. Doch als für den Bau eines Schwimmbads im Garten der Villa ein Heer von illegalen Arbeitskräften angeheuert wird, verwandelt sich das Grundstück in ein Flüchtlingscamp. Es kommt zu Konflikten in der »Solidargemeinschaft nach römischem Vorbild«. 

Geboren 1963 in Frankfurt am Main, studierte Kunst und lebte viele Jahre in London und Amsterdam. 1999 gewann er beim Ingeborg Bachmann-Wettbewerb den Ernst Willner-Preis. Nach seinem Debüt Das Schwarzlicht-Terrarium (2000) löste der Romanbestseller Endstufe 2004 in Deutschland einen Literaturskandal aus, der auch international Wellen schlug. Seit 2009 lebt der gegenwärtig einzige "literarische Dissident Deutschlands" (Kunkel über Kunkel) in der Schweiz. Als Kommunikations- und PR-Berater engagiert er sich seit vielen Jahren für den Erhalt der Meinungsfreiheit. Sein erstmals 2011 erschienener Roman Subs wurde von Oskar Roehler unter dem Titel Herrliche Zeiten u. a. mit Katja Riemann, Oliver Masucci und Samuel Finzi verfilmt. ...
Mehr zum Autor, weitere Veröffentlichungen

»Wehret den Anfängen! hieß es einst bei Ovid. Thor Kunkel setzt dagegen: Untersucht die Anfänge!«
Peter Sloterdijk

»Ein im besten Sinne verstörendes Stück mitunter sehr komischer Kultur- und Zivilisationskritik. Jenes perverse Spiel, welches Subs als Fiktion ausmalt, treibt lediglich etwas auf die Spitze, was in der Realität bereits in Ansätzen vorhanden ist.«
Deutschlandfunk

»Thor Kunkel hat die seltene Gabe, die Tugenden der Sprengmeisterei, der Moralistenkanzel und der Satirebühne gütlich-virulent miteinander zu vereinen.«
Süddeutsche Zeitung

»Thor Kunkel gelingt eine beißende Kritik am formfixierten Nespresso-Bürgertum, das dermaßen auf den Hund gekommen ist, dass es Sklaven zur Wiederbelebung braucht. Kunkel wieder so gut wie zu Endstufe-Zeiten.«
Der Stern

»Thor Kunkel ist [...] der letzte Outlaw der deutschen Literatur.«
Cicero