Eingeständnis wovon? Bruce Gilley zur aktuellen Genozid-Debatte.

Die deutsche Bundesregierung hat das Vorgehen gegen Rebellen der Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika 1904-1908 als „Genozid“ bezeichnet und eine Entschädigungszahlung in Höhe von 1,1 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Der US-Politologe Bruce Gilley, Autor unseres Aufklärungsbuchs Verteidigung des deutschen Kolonialismus, erklärt in einem Video, warum dies entschieden falsch ist.


Bruce Gilley

Bruce Gilley - Autobiografie

Bruce Gilley (* 1966), ist Professor der Politikwissenschaft an der Portland State University. Er studierte und promovierte in Princeton und Oxford. Sein Kerngebiet ist die Vergleichende Politikwissenschaft betreffs Asien und Afrika. In den letzten fünf Jahren, da Hongkong dem britischen Königreich unterstand, arbeitete er dort als Journalist und begann sich für den Kolonialismus zu interessieren. Sein Artikel „The Case of Colonialism“ von 2017 bescherte der akademischen Linken in den USA einen Nervenzusammenbruch. Zu den zahlreichen Büchern, die Bruce Gilley bislang veröffentlicht hat, zählen Model Rebels: The Rise and Fall of China’s Richest Village (2001) sowie The Last Imperialist: Sir Alan Burns‘ Epic Defense of the British Empire (2020).

1,1 Milliarden Euro Entschädigung für "Völkermord"

Verteidigung des deutschen Kolonialismus

Muss die deutsche Kolonialgeschichte neu geschrieben werden? Mit dem vorliegenden Band stellt der US-amerikanische Politologe Bruce Gilley unser sicher geglaubtes Wissen über die koloniale Vergangenheit des Deutschen Reiches auf den Kopf. Faktenbasiert, schonungslos und stets humorvoll entlarvt Gilley die post-moderne Kolonialforschung als Geisel politischer Korrektheit. Nicht die historischen Tatsachen, sondern die Bedürfnisse des politischen Zeitgeistes bestimmen heute in Berlin über die Wahrnehmung dieser historischen Epoche, so Gilley. Entstanden ist dadurch eine semi-religiöse, schuldbeladene Weltsicht, in der weiße Europäer immer Täter, Afrikaner aber stets die Opfer zu sein haben. Eine folgenreiche Fehldeutung, die in diesem Werk gründlichen Widerspruch erfährt. Im Gegenteil war die Kolonialzeit „für die Kolonisierten objektiv gewinnbringend“ und für die Kolonisatoren „subjektiv gerechtfertigt“, wie Gilley unter Verweis auf prominente Quellen beweist. Eine Sicht auf die Vergangenheit vorzulegen, in der die Deutschen nicht ausnahmslos bösartig, ihre kolonialen Errungenschaften nicht allein von Gräueltaten und Rassismus geprägt waren, braucht Mut – heute mehr denn je. Gilley hat der historischen Forschung mit diesem Grundlagenwerk eine Schneise geschlagen. Es bleibt zu hoffen, dass seine Thesen und Argumente zu lebhaften Debatten anregen und perspektivisch eine Kehrtwende in der erinnerungspolitischen Kultur Deutschlands initiieren können.

Aus dem Englischen von Richard Abelson.

Aus unserem Blog

Jene Forscher, die Gewalt und Krieg als globale Phänomene untersuchen, haben dazu in jüngster Vergangenheit folgende Erkenntnisse vorgelegt: „Zehntausend Jahre hindurch ist ein produktiver Krieg stets die verlässlichste Triebkraft zur Eindämmung von Gewalt und zur Schaffung größerer, von Leviathanen regierter Gesellschaften gewesen“, betont der britische Historiker Ian Morris von der Stanford University in seinem Buch Krieg. Wozu er gut ist (2013).

Ihm zufolge müsse immer zuerst eine „unsichtbare Faust“ die Grundlagen des Friedens erkämpfen, damit die „unsichtbare Hand“ des Marktes eine positive Wirkung entfalten könne. Daher gelte es abzuwägen, was das kleinere Übel sei, denn womöglich „könnten einige Tote jetzt viele Tote später verhindern“.

Rolf Peter Sieferle argumentiert in Krieg und Zivilisation ähnlich. Menschen hätten lediglich eine „schwache Disposition zur Kooperation mit Nichtverwandten“. Es lassen sich jedoch politische und ökonomische Vorteile erzielen, wenn sich Menschen trotzdem zur Zusammenarbeit entschließen. Um davon größere Gruppen zu überzeugen, damit auch Staaten entstehen können, komme man allerdings nicht umhin, eine „Bestrafung von nichtkooperierenden Gruppenmitgliedern“ vorzunehmen. Sieferle nennt hier ausdrücklich die „Tötung oder Exilierung“ der Abweichler.

Das ist freilich nicht sein Wunsch, sondern ein von ihm beobachtetes evolutionäres Grundmuster. Es bricht mit der Theorie des edlen Wilden, den nur die äußeren Umstände gewalttätig werden lassen. „Menschen können immer töten, wenn sie wissen, dass straflos bleibt, was sie tun, und sobald das Töten zum Gebot wird, braucht niemand mehr eine Lizenz oder eine Legitimation“, schlußfolgert deshalb der Historiker Jörg Baberowski. mehr lesen...




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