Kein schöner Buch in diesem Land(t). Das Buch als Ding.

Auf unsere Reihe Landtverlag soll diesmal ein gesondertes Licht fallen, da ihre Bücher die Königsklasse der bibliophilen Buchgestaltung darstellt, und es unserer Kenntnis nach in Deutschland heute keine schöner gestaltete gibt.

Im Innenteil werden die Landt-Bücher gesetzt in der grazilen und doch standfesten Type „Arno“ aus der Werkstatt des Schriftdesigners Robert Slimbach, die sich an ganz frühen Antiqua-Schriften anlehnt die frühen Antiqua-Druckschriften anlehnen. Diese Type strahlt bei der Lektüre eine angenehme Klarheit und vor allem Ruhe aus. Landt-Bücher sind allesamt fadengeheftet und zwar mit zehn Stichen je Druckbogen, was dem lesepraktisch überaus bedeutsamen Aufschlagverhalten zugute kommt: Ein aufgeschlagener Band bleibt seitentreu geöffnet.

Für das Papier kommt “Munken Cream” in verschiedenen Stärken von 70-90g zum Einsatz. Den leichte Creme-Ton des Papiers nimmt man als solchen eigentlich nur wahr, wenn man ein Reinweiß daneben hält, und die minimal angerauhte Oberfläche erst, wenn man ein gestrichenes Druckerpapier zum Vergleich befühlt. Die gewebten Lese- und das Kapitalband sind sozusagen der Sonntagsschmuck der Landt-Titel. Sie stammen von der Band- und Gurtweberei Güth & Wolf und sind immer auf die Farben der Umschlag- Vorsatzpapiere abgestimmt.

Diese Vor- und Nachsatzpapiere sind völlig unüblich geworden, Sie bilden mit einem schwereren (115g), etwas störrischen und farblich abgestimmten Papier einen zusätzlichen, inneren Umschlag des Bandes, den sie schmücken. Der Buchdeckel, also die Mauern, die das Haus zusammenhalten, bestehen entweder aus robuster, 2,5 mm dicker Graupappe mit Surbalin-Überzug oder, in der edelsten Variante (etwa der Sieferle-Werkausgabe) aus feinem Leinen des Typs Princess aus dem Hause Peyer. Beide Materialien werden pro Titel individuell eingefärbt, so daß sie mit dem Umschlag harmonieren. Zu guter Letzt erhalten die Buchrücken eine Prägegravur.

Der Umschlag schließlich wird bei vielen Landt-Titeln nicht im Offset-, sondern im Siebdruckverfahren bedruckt, wodurch eine höhere Farbschichtdicke erzielt wird, Insgesamt: Die Bände unserer Reihe Landtverlag sind auch schon vor der Lektüre, was Bücher lange waren: ein haptischer und optischer Genuß.