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Sonderwege Zettelkasten, heute: Schenken!

Sonderwege Zettelkasten, heute: Schenken!
Von Manu Scriptum vom 9. Dezember 2016 ...

Über Negativmoral, Reichtumsdepression und Geschenketips

Schenken ist ungerecht und Kritik am Schenken eine Form der Negativmoral. Schon beim Erben hört der Spaß auf, deshalb auch die Erhöhung der Erbschaftssteuer. Es soll Seminare in einer Schwarzwaldklinik gegeben haben, die reiche Nachfahren besuchten, Kinder der bundesdeutschen Gründergeneration, um das Erben zu erlernen. Sie wollten den affirmativen inneren Nachvollzug jenes schicksalhaft über sie gekommenen äußeren Geschehens üben, dem man sich ohne große Not nun mal nicht entzieht. Das Rezept hieß Geld anfassen: Taktil-Therapie gegen Reichtumsdepression, praktische Einübung in privilegierte Ungleichheit unter Beibehaltung einer irgendwie gegenläufigen Ideologie. Denn sonst gäbe es ja das Problem nicht. Offen gesagt: Die Verteidigung der materiellen Gleichheit endet dort, wo man sie aus der eigenen Tasche bezahlen müsste. Beim anarchischen Vorgang des Beschenktwerdens ist die Gleichheitsforderung noch schneller vergessen. Und wer ein böser Mensch ist, sollte besser gar nicht erst sterben, denn das Totengedenken ist heute eine Frage besonders gründlicher Distinktion. Die Gleichheit im Tode ist auch perdu – nach allem, was man so hört.

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