Die neue Komplexität heißt Komplexitätskrise.

Der Gärtnerhof. Selbstversorgung – ein Weg ins Freie

Das wohl ausgereifteste und tragfähigste Modell individueller Subsistenzwirtschaft ist das Gärtnerhof-Konzept. Es wurde in den beiden Nachkriegszeiten des 20. Jahrhunderts von dem Gartenarchitekten Max Karl Schwarz entwickelt. Seine Grundidee besteht in Kombination aus Gärtnerei und Kleinbauernhof auf einer Fläche von zwei bis fünf Hektar. „Der Gärtnerhof ist ein Kleinbetrieb, der in intensivster und vielseitigster Wirtschaftsweise Gemüse- und Obstbau betreibt, Groß- und Kleinvieh hält, die volle Selbstversorgung der auf ihm Arbeitenden sichert und nachhaltig große Marktleistungen erzielt.“ (Max Karl Schwarz) Dafür gibt es aus den beiden Nachkriegsnotzeiten des 20. Jahrhunderts das ausgearbeitete Konzept der Gärtnerhöfe (Heinrich Jebens, Max Karl Schwarz). In diesem Buch von Michael Beleites werden die Schlüsseltexte zum Gärtnerhof-Konzept erneut publiziert, um sie all jenen an die Hand zu geben, die auch heute ein bodengebundenes Leben anstreben: Ein kreatives und krisenfestes Leben, das ebenso gemeinwohlorientiert wie selbstbestimmt ist; das die Spaltungen von Arbeitsort und Wohnort, von Familie und Beruf überwindet. Der Gärtnerhof ist ein begehbares Praxisfeld für eine Kulturwende, die ein Weniger an Energie- und Ressourcenverbrauch mit einem Mehr an Lebensqualität zu verknüpfen weiß.

Die Grundgeschicklichkeiten des einfachen Lebens


Die „Basic Country Skills“, so der Titel der Originalausgabe, werden dort also von einer reichen Szene gepflegt, gehegt und den sich ändernden Umständen angepaßt. Eine Quintessenz findet sich in diesem Buch: Auf jeweils einer Doppelseite werden die grundlegenden Techniken zu größerer häuslicher Unabhängigkeit in 30 Kapiteln knapp und praxisnah dargestellt: Sie reichen von Bewertungskriterien beim Erwerb von Haus und Grund über Planung und Errichtung von Ställen und kleinen ländlichen Nebengebäuden, Kellerbau, Brunnenbau, Wasserversorgung und -aufbereitung, elektrische Notversorgung, klempnerische und elektrische Reparaturen, Garten- und Vorratswirtschaft, Saatgutvermehrung, lohnende Marktzweige für den Nebenerwerb, Tierhaltung bis zu Techniken des Schlachtens und natürlich zu Küchentechniken und Rezepten.


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