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Rodney Stark

Der Sieg des Abendlandes. Christentum und kapitalistische Freiheit

„Ohne eine Theologie, die sich der Vernunft, dem Fortschritt und der moralischen Gleichheit verschrieben hat, wäre die gesamte heutige Welt immer noch dort, wo nicht-europäische Kulturen um 1800 herum waren: es gäbe weiterhin Astrologen und Alchemisten, aber keine Wissenschaftler. Die Welt wäre voll von Despoten, besäße keine Universitäten, Banken, Fabriken, Brillen, Schornsteine oder Klaviere. Die wenigsten Kinder dieser Welt würden ihren fünften Geburtstag erleben und viele Mütter wären schon bei der Geburt gestorben – diese Welt würde tatsächlich im »finsteren« Mittelalter feststecken.“

Gebundene Ausgabe, Leinen, mit Lesebändchen
432 Seiten

Übersetzt aus dem Englischen von Stefan Flach
ISBN: 978-3-944872-95-7

Erscheinungstermin: 14. November 2019

36,00 €
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Beschreibung

Details

Das Mittelalter, die menschheitsgeschichtlich gigantische Epoche zwischen dem 6. und dem 15. Jahrhundert, soll also „finster“ und „dumpf“ gewesen sein? Eine Karenzzeit der geistigen, kulturellen und lebenspraktischen Stagnation, die erst durch Reformation und Aufklärung beendet werden konnte? Alles Unfug! Das abwertende Mittelalter-Klischee, das wir alle seit Schultagen mehr oder weniger verinnerlicht haben, ist für den „Gegenaufklärer“ Rodney Stark eine bloße Auswirkung anti-katholischer Propaganda des 18. Jahrhunderts und geht vollkommen fehl. Das europäische Mittelalter, weist Stark mit vitaler Entschiedenheit nach, war vielmehr eine Epoche größter erfinderischer und wirtschaftlicher Blüte. Und das aus einem Grund: weil es das Christentum gab, dessen Theologie sich (etwa bei der Bibelauslegung) als ausgesprochen anpassungsfähig an stets sich verändernde Lebensumstände erwiesen hat. Diese der zukunftsorientierte Theologie brachte ein Element immanenter Vernunft und Logik in die mittelalterliche Welt, was konsequent das rationale Wirtschaften und den kapitalistischen Fortschritt nach sich zog. Auf diese Weise, so Stark, konnte das Abendland in puncto ökonomischer Freiheit und Wohlstandsgewinnung alle anderen Zivilisationen auf die Plätze verweisen – mit Recht, auch wenn das heutige Europa, moralische Selbstzersetzung betreibend, das nicht wahrhaben will.

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