Rolf Peter Sieferle


Bild:© Daniel Ammann, Herisau (CH)

Rolf Peter Sieferle (1949‒2016) studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie an den Universitäten Heidelberg und Konstanz und lehrte ab 1991 in Mannheim. Seit 2005 war er ordentlicher Professor für allgemeine Geschichte an der Universität St. Gallen. Sein Fachgebiet war die Naturgeschichte der menschlichen Gesellschaften, deren Eigenarten und Funktionsweisen Sieferle aus der jeweiligen Energiewirtschaft ableitete. Zu seinen Hauptwerken zählen Epochenwechsel (1994) und die universalhistorische Bilanz Rückblick auf die Natur (1997). Sein 1982 erschienenes Werk Der unterirdische Wald gilt bis heute als Standardwerk zur Durchsetzung des Energieträgers Steinkohle. 2010 verfasste Sieferle für den »Wissenschaftlichen Beirat Globale Umweltveränderungen« der Bundesregierung die Abhandlung Lehren aus der Vergangenheit. 2017 beginnt die Herausgabe seiner gesammelten Werke im Manuscriptum Verlag.

»Sieferle war ein unerschrockener, immer rationaler Denker, der sich auch dann nicht aus der Ruhe bringen ließ, wenn er apokalyptische Möglichkeiten erwog. Konservativ war allenfalls sein Bewusstsein für natürliche Grenzen.« Gustav Seibt, Süddeutsche Zeitung

»Der Zivilisationskritiker Rolf Peter Sieferle ist gestorben. Er beriet auch die Regierung. Sollte ihn dort jemand verstanden haben, könnte man sich in Zeiten zurückversetzt fühlen, als Gelehrte wie die Humboldts den preußischen Staat berieten.« Gustav Seibt in einem Nachruf in der Süddeutschen Zeitung vom 9.10.2016 auf Rolf Peter Sieferle (1949 - 2016)