Peter J. Brenner

Peter J. Brenner, geb. 1953, Universitätsprofessor a. D., lehrte bis 2009 an der Universität zu Köln Neuere deutsche Literaturgeschichte. Studium der Philosophie, Germanistik, Komparatistik und Erziehungswissenschaft in Bonn, 1979 Promotion mit einer Arbeit über den Roman der Aufklärung; Habilitation 1986 an der Universität Regensburg über die deutsche Amerikaauswanderung im 19. Jahrhundert. Zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zur deutschen und europäischen Philosophie , Literatur und Kulturgeschichte, besonders auch zur Mobilitäts und Interkulturalitätsforschung, zur Kulturtheorie sowie zur Theorie und Geschichte der Bildungseinrichtungen; Stellungnahmen zur Bildungspolitik in der Tagespresse.

Letzte Buchveröffentlichungen: Kultur als Wissenschaft. Aufsätze zur Theorie der modernen Geisteswissenschaft – vor Bologna, nach Bologna, 2., stark erw. Aufl.. Münster u.a.: 2010. Bildungsgerechtigkeit. Stuttgart 2011; (Hrsg. gemeinsam mit Helmut Reinalter): Lexikon der Geisteswissenschaften. Sachbegriffe – Disziplinen – Personen. Wien/Köln/Weimar 2011; Neue deutsche Literaturgeschichte. Vom „Ackermann" zu Günter Grass. 3., überab. u. erw. Aufl., Berlin/New York 2011.

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  • Egon Flaig, Peter J. Brenner, Stephan Krawczyk, Frank Böckelmann

    TUMULT - Frühjahr 2018

    #MeToo: Zur Bloßstellung von Haus- und Firmentyrannen, die sich »unangemessen verhalten«, gehört nur eine Prise Gratismut, denn die wahre Macht ist längst auf Apparate der Entfesselung und Betreuung von Kampagnen übergegangen. Was ist schon ein Großkotz, der Bewerberinnen zu Liebesdiensten presst, gegen die allgegenwärtige Modellierung unserer Stimmungen und Wünsche? Ist die ganze Aufregung per #Me Too nicht eher ein Instrument im Verteilungskampf privilegierter Gruppen und Themen um Anteile an Beachtung, Anerkennung und Budget? So sieht es der abgeklärte Skandalberichterstatter: Einträchtig ringen alle um das Gleiche – Karriere und Dispositionsmacht – und bringen gegen die Konkurrenz ihre Merkmale zur Geltung, in diesem Fall das immer noch auf Gleichstellung dringende weibliche Geschlecht. Was hat nun die große Empörungs-Show noch mit der Sexualität zu tun? Sehr viel. Die permanente Besichtigung, Besprechung, Maßregelung und Verwertung sexueller Regungen und Praktiken folgt der zivilisatorischen Drift in Richtung auf eine Alleinherrschaft des Bewusstseins, auf die Kompetenz zu kompletter Überwachung und Selbstverfügung, das Nichtbewusste regulierend. Die Drift jedoch verausgabt sich selbst und stärkt noch die Macht des Vor- und Unbewussten.

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