Frank Böckelmann

wurde 1941 in Dresden geboren, wo er seit einigen Jahren wieder lebt. Er studierte Philosophie und Kommunikationswissenschaft in München und beteiligte sich dort an der Subversiven Aktion mit Dieter Kunzelmann, Rudi Dutschke und Bernd Rabehl. Anfang der siebziger Jahre kappte er seine Beziehungen zu linken Gruppierungen. Nach der Promotion war Frank Böckelmann dreißig Jahre lang für öffentliche Auftraggeber in der freien Medienforschung tätig. Er ist Herausgeber der Schriftenreihe Tumult und Redakteur der Vierteljahreszeitschrift gleichen Namens. Für sein Buch Die Gelben, die Schwarzen, die Weißen erhielt Böckelmann 1999 den Sonderpreis »Das politische Buch« der Friedrich-Ebert-Stiftung. Seine jüngsten Buchveröffentlichungen heißen Die Welt als Ort – Erkundungen im entgrenzten Dasein (2007) und Risiko, also bin ich – Von Lust und Last des selbstbestimmten Lebens (2011). Seit Januar 2017 ist Frank Böckelmann auch Herausgeber der neugegründeten »Werkreihe Tumult«, die in der Manuscriptum Verlagsbuchhandlung erscheint.

Hier erfahren Sie mehr über »Die Werkreihe von Tumult«.

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  • Frank Böckelmann

    Die Gelben, die Schwarzen, die Weissen

    Frank Böckelmanns Aufsehen erregende Studie über die gegenseitige Wahrnehmung und Fremdheit von „Gelben“, „Schwarzen“ und „Weißen“ ist 1998 in Hans Magnus Enzensbergers „Die Andere Bibliothek“ erschienen, war lange Zeit vergriffen und liegt nun in einer erweiterten Neuausgabe – mit Stellungnahme des Autors zur gegenwärtigen Lage – endlich wieder vor. An Aktualität und Überzeugungskraft hat sie nichts eingebüßt – im Gegenteil. Schon vor zwei Jahrzehnten war die öffentliche Belehrung, wie man mit Fremden korrekt umzugehen habe, von einem entlarvenden Widerspruch geprägt: Mit der Parole „gegen Ausgrenzung“ wurden wir dazu ermahnt, Fremdheit zu ertragen und sie zu beseitigen: einzusehen, daß die Fremden gar nicht fremd sind. Heute ist aus der Hemmung, den Menschen ins Gesicht zu sehen und für den Anblick Worte zu finden, eine regelrechte Wahrnehmungsblockade geworden, der allgegenwärtige Rassismus-Verdacht. Aber Gesichtsform und Hautfarbe, Gangart und Gestik, Blickverhalten und Mienenspiel gehören zum kulturellen Erbe der Kontinente. Sie sind nicht belanglos, weil die genetischen Unterschiede gering sind. Wenn heute unablässig gefordert wird, „das Fremde“ zu tolerieren, wenn Transparente vor öffentlichen Gebäuden zur Weltoffenheit auffordern und die Mannschaftskapitäne in den Stadien die „Respekt“-Litanei vortragen, tritt das Ziel solcher Humanitätsbeschwörung zutage: die Beseitigung der Andersheit, vorab der eigenen. Doch dieser Versuch – auch diese Erkenntnis vermittelt Böckelmanns Buch – ist zum Scheitern verurteilt. Die zunehmende Unfähigkeit zur Befremdung geht einher mit einer Zunahme sprachloser Fremdheitserfahrungen. Hinter der eingeübten Aufgeschlossenheit beginnt das Wirkliche, das Unvergleichliche, heillos anstößig zu werden. Böckelmann zeigt die Europäer bzw. die Weißen als die Fremden der Anderen, als ihrerseits rätselhafte und undurchdringliche Wesen. Fremdheit – Abstoßung und Faszination – erweist sich nicht als Folge bedauerlicher Vorurteile, sondern als Ausdruck einer jeweils einzigartigen Begegnungsgeschichte. Dieses Buch ist keine Sammlung von Schuldzuweisungen, sondern ein Lob der Fremdheit. mehr dazu
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  • Thomas Hoof, Jörg Bernig u.a. Frank Böckelmann

    TUMULT - Sommer 2018

    Aus dem Vorwort: Es mutet wie eine Paradoxie an, ist aber nur der Niederschlag des Selbstermächtigungseifers, der allen politischen Utopien innewohnt: Der humanitäre Universalismus hat sich zum Totalitarismus gemausert. Er trumpft mit Maximen der Aufklärung und massendemokratischen Imperativen wie »Gleichheit«, »Toleranz« und »Vielfalt« auf, doch entleert und verramscht sie, spottet jeder Erfahrung und macht sich daran, das Humane inquisitorisch einzuebnen, jenes Erdendasein, das in der Auseinandersetzung zwischen ungleichen, einzigartigen, miteinander nie ganz vereinbaren Gestalten besteht. [...] Nahezu sämtliche anderen Artikel der vorliegenden Ausgabe handeln von den selbstzerstörerischen Folgen des universalistischen Schleudergangs.

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  • Egon Flaig, Peter J. Brenner, Stephan Krawczyk, Frank Böckelmann

    TUMULT - Frühjahr 2018

    #MeToo: Zur Bloßstellung von Haus- und Firmentyrannen, die sich »unangemessen verhalten«, gehört nur eine Prise Gratismut, denn die wahre Macht ist längst auf Apparate der Entfesselung und Betreuung von Kampagnen übergegangen. Was ist schon ein Großkotz, der Bewerberinnen zu Liebesdiensten presst, gegen die allgegenwärtige Modellierung unserer Stimmungen und Wünsche? Ist die ganze Aufregung per #Me Too nicht eher ein Instrument im Verteilungskampf privilegierter Gruppen und Themen um Anteile an Beachtung, Anerkennung und Budget? So sieht es der abgeklärte Skandalberichterstatter: Einträchtig ringen alle um das Gleiche – Karriere und Dispositionsmacht – und bringen gegen die Konkurrenz ihre Merkmale zur Geltung, in diesem Fall das immer noch auf Gleichstellung dringende weibliche Geschlecht. Was hat nun die große Empörungs-Show noch mit der Sexualität zu tun? Sehr viel. Die permanente Besichtigung, Besprechung, Maßregelung und Verwertung sexueller Regungen und Praktiken folgt der zivilisatorischen Drift in Richtung auf eine Alleinherrschaft des Bewusstseins, auf die Kompetenz zu kompletter Überwachung und Selbstverfügung, das Nichtbewusste regulierend. Die Drift jedoch verausgabt sich selbst und stärkt noch die Macht des Vor- und Unbewussten.

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    vergriffen

  • Rolf Peter Sieferle

    Das Migrationsproblem

    Die Werkreihe von TUMULT#01. Hg. von Frank Böckelmann

    »Man kann die Märkte nach außen wie nach innen liberalisieren, doch kann man nicht im Innern hohe Sozialstaatsstandards aufbauen und zugleich die Grenzen öffnen. Man handelt dann wie der Bewohner eines gutgeheizten Hauses, der im Winter Fenster und Türen weit öffnet. Wenn das zur Abkühlung führt, dreht er eben die Heizung weiter auf. Man braucht kein Energieexperte zu sein, um zu erkennen, daß dies auf Dauer nicht geht.«

    »Der ›Flüchtling‹ aus der Dritten Welt hat in den letzten Jahren den ›Proletarier‹ als Heilsfigur der Linken ersetzt. Beide Konstrukte tragen aber vergleichbare wahnhafte Züge.«

    »Ein altes Rechtsprinzip lautet ultra posse nemo obligatur,d. h. jede Verpflichtung hat ihre Grenze dort, wo die Selbstzerstörung begänne. Das Leben wie auch das Überleben des politischen Gemeinwesens hat einen Vorrang vor abstrakten Rechtsprinzipien, auch wenn es einzelnen freistehen mag, den Selbstmord zu wählen. Die politische Führung ist dazu jedoch nirgendwo ermächtigt. Man kann, wenn man will, die andere Wange hinhalten; die Regierung darf jedoch nicht die Wange des Volkes hinhalten, das sie gewählt hat. «

    »Der universalistische Mainstream trifft die paradoxe Unterscheidung zwischen legitimer Tribalisierung (Islam) und illegitimer Abwehr dieser Tribalisierung (Pegida).« Rolf Peter Sieferle

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  • Peter Furth

    Massendemokratie

    Mit einem Vorwort von Frank Böckelmann

    Der Begriff »Massendemokratie« kennzeichnet die politische Gegenwart der westlichen Welt wie kein zweiter. Der Berliner Sozialphilosoph Peter Furth läßt keinen Zweifel daran, daß die Massendemokratie etwas grundsätzlich Neues ist, auch wenn »Masse« und »Demokratie« sehr vertraut klingen.

    In der Tat geht es um die alten Gegensätze der Politik und der politischen Theorie, um Masse und Individuum, Freiheit und Gleichheit, Bourgeois und Citoyen, Liberalismus und Sozialismus. Die überrasch-ende Leistung der Massendemokratie besteht jedoch darin, diese Gegensatzpaare erstmals miteinander korreliert zu haben – mit teils überraschenden und paradoxen Folgen. Möglich war das nur im Rahmen einer historisch einzigartigen Überwindung der Knappheit an materiellen Gütern und  finanziellen Ressourcen. Seitdem genießen die Massen der Massendemokratie ihr Menschenrecht als ein »Privileg für alle«.

    Allerdings, ihre medialen Erwartungen überstrahlen ihre tatsächlichen Erfahrungen. Wird es dabei bleiben? Die materielle Versorgung kann einbrechen, und in der Angst vor dem Terrorismus kündigt sich an, daß sich Aufstandsmassen und »Unterhaltungsmassen« (Peter Sloterdijk) einander gegenüber stehen werden. Peter Furths Aufsätze schließen an die Arbeiten von Panajotis Kondylis (1943−1998) an, der dem Begriff »Massendemokratie« erstmals eine klare Kontur gegeben hat. Furth enthält sich in seinen kühlen Analysen jeder Bewertung. Schlaglichtartig beleuchtet er nur unsere wirkliche Lage. Sie könnte sich eines Tages ändern, aber zuvor will sie erkannt sein.
    »...Es herrschen keineswegs die Massen, wie Furths Analyse glasklar offenlegt, sondern das krasse Gegenteil ist der Fall.« (Junge Freiheit)

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  • Böckelmann, Frank

    Jargon der Weltoffenheit

    Eine politische Linke gibt es nicht mehr. Als historisch eigenständige Kraft ist sie längst verschwunden. Wer sich heute »links« nennt, kündigt lediglich an, noch hartnäckiger zu fordern, was alle anderen auch schon fordern. Weder mit dem Weltrettungsanspruch der »68er« ließ sich Politik machen, noch mit der alarmistischen Rede von der »gefährdeten Demokratie«. Geblieben ist nur der »dritte Jargon«, der uns unablässig auf »Selbstverwirklichung«, »Authentizität«, »Emanzipation«, »Gleichberechtigung« und »Vielfalt« einschwört.
    Alles erscheint greifbar
    Die wohlklingenden Losungen leiten uns in ein Dasein ohne Herkunft, Heimat, Nachkommenschaft und Transzendenz. Hier verkommen sie zu bloßen Verkehrsregeln. Sie verhindern eben das, was sie versprechen: Begegnung, Entschiedenheit, Verwirklichung, Individualität, Welthaltigkeit, Anwesenheit, Gemeinsamkeit. Dieser »Jargon der Weltoffenheit« führt nicht zum Anderen, sondern ins Nichts. Er hält uns in einem Zustand der Vorläufigkeit gefangen: Alles erscheint greifbar, nichts ist erreichbar.
    Gleitflug in die Indifferenz
    Der dritte Jargon genügt sich selbst. Die Anpreisung westlicher Wertideen wie »Entgrenzung«, »Chancengleichheit« oder »Toleranz« befreit den Menschen nicht; vielmehr raubt sie ihm die soziale Dimension des Lebens. Am Ende ist das marktkonforme Individuum gezwungen, sich selbst zu verwerten. Auf daß keiner mehr die anderen diskriminiere, sollen nur noch meßbare Leistungen ausgetauscht werden. Diese Ökonomisierung des Lebens ist ein Fortschritt ins Leere, ein Gleitflug in die Indifferenz … – Eindringlich warnt Frank Böckelmann vor der auszehrenden Monotonie des westlichen Diskurses. mehr dazu
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