Parviz Amoghli

Parviz Amoghli wurde 1971 in Teheran/Iran geboren. 1974 Übersiedelung der Familie in die Bundesrepublik. Abitur, Wehrdienst, Studium der Geschichte und Germanistik in Köln, Tübingen und Wien. 2009 Preisträger beim Literaturwettbewerb "Schreiben zwischen den Kulturen“ der Edition Exil, Wien; 2010 Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur (BMUKK) der Republik Österreich. Veröffentlichungen in diversen Anthologien und Zeitschriften, gehört zum Autorenstamm von TUMULT – Vierteljahreszeitschrift für Konsensstörung. 2016 erschien sein Langessay Schaum der Zeit – Ernst Jüngers Waldgang heute in der Schriftenreihe ERTRÄGE der Bibliothek des Konservatismus. Seit 2011 lebt der Autor in Berlin.

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  • Parviz Amoghli, Alexander Meschnig

    Siegen

    Sieg und Niederlage geben der Geschichte ihre Gestalt. Besonders Siege stärken die kollektive Identität und prägen das Selbstbild eines Gemeinwesens. Als positive historische Bezugspunkte gewährleisten sie die gesellschaftliche Integration. Auch wenn es häufig die Verlierer sind, die aus der Geschichte lernen, während die Sieger sie schreiben, bleibt die Fähigkeit zu siegen das Mittel zum Fortbestand eines jeden Staatswesens. Dabei ist der Krieg nicht nur „Vater aller Dinge“, sondern Richter über Gewinner und Verlierer. In militärischen Konflikten hat der Sieg strategische, organisatorische, wirtschaftliche und nicht zuletzt mentale Gründe. Oft sind es der Wille zur Selbstbehauptung und Opferbereitschaft, die über Sieg und Niederlage entscheiden. Die Verheerungen des 20. Jahrhunderts, zuletzt der Zweite Weltkrieg, haben diese mentale Disposition in der westlichen Welt geschwächt, wenn nicht gänzlich aufgelöst. Besonders in Deutschland haben Pazifismus und moralischer Universalismus zu einem tiefsitzenden Verdacht gegenüber jeder Form der Selbstbehauptung geführt. Die Unterscheidung zwischen Freund und Feind, zwischen Eigenem und Fremdem, sind inzwischen restlos diskreditiert. Parviz Amoghlis und Alexander Meschnigs Studie konfrontiert uns mit dem historisch bedingten Verlust des Willens zur Selbstbehauptung. Die Autoren zeigen, dass die postheroische Gesellschaft unvereinbar ist mit den Folgen globaler Entwicklungen. Ein exorbitanter Bevölkerungsüberschuss und das Erstarken des islamischen Fundamentalismus haben eine destruktive Dynamik entfaltet, die uns längst erreicht hat. Erst wenn die Fähigkeit zu „siegen“ zurückerlangt und Selbstgewissheit darüber gewonnen wird, was es zu verteidigen gilt, können die absehbaren globalen Herausforderungen bestanden werden. Doch Amoghlis und Meschnigs Befund legt nahe, daß wir nicht einmal mehr verlieren können. mehr dazu
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