Ein ganz großer deutscher Humorist: Fritz Reuter. Hier in Hochdeutsch.
Fritz Reuter (1810–1874) ist einer der großen Humoristen der deutschen Literatur, was einem größeren, vor allem süddeutschen Publikum lange verborgen blieb, weil seine großen Erzählungen zwar in Deutsch, aber in Plattdeutsch verfaßt waren.
Wir bringen daher sein Hauptwerk „Ut mine Stromtid“ in der vorzüglichen, adäquaten und hoch gelobten Übertragung ins Schriftdeutsche von Friedrich und Barbara Minssen, die unter dem Titel „Das Leben auf dem Lande“ erstmals 1976 erschienen ist. Reuter schildert das Landleben in Mecklenburg um 1840 – einer Zeit also, die einen epochalen Wandel in der Landwirtschaft und der Ständegesellschaft Mecklenburgs einzuleiten begann. Reuters Buch zeigt das Leben zwischen Stadt und Land, zwischen Herrenhaus, Verwalterhaus und Tagelöhnerkate in einer rankenreichen Fülle wie kein anderer Roman des 19. Jahrhunderts. Und mitten darin immer wieder: Reuters unerreichter „Entspekter“ (Gutsverwalter) Zacharias Bräsig, ein zwar ungeschulter, aber hochphilosophischer Kopf – voll von Lebensklugheit und Weltweisheit
– mit einer allerdings unglücklichen Liebe zur gelehrten Rede, in der ihm „Inquisition “ und „Akquisition“, „Leguminosen“ und „Legitimationen“, „Projektionen“ und „Projekte“ ständig durcheinandergeraten, die ihn andererseits aber – vor allem im Zorn – zu den herrlichsten Wortschöpfungen beflügelt: „Sie sünd jo ein impenetranter Kerl!“.
Rundum ein wirklich großer Roman.


