Aktueller denn je: Schopenhauer wider die Sprachverhunzer.
Arthur Schopenhauer war Großmeister und Schatzbewahrer der deutschen Sprache in einem. Gegen ihre Verunstalter kannte er keine Gnade. Brillant im Stil und mit beißender Ironie ging er gegen Journaille und Pseudoliteraten, aber auch gegen Wissenschaftler zu Werke, die sich ohne Sinn und Verstand schon damals grassierender Sprachsünden bedienten, eines „eselöhrigen Jetztzeit-Jargons“.
So köstlich und amüsant sich vieles liest, so ernst ist sein Kern: In jeder Wissenschaft lasse sich „jeder Irrthum, selbst wenn er Jahrhunderte gegolten hat, ... wieder vernichten: aber eine verdorbene Sprache ist nicht wieder herzustellen“, es ergehe ihr so wie einem durch „Verwundung gelähmte(n) und geheilte(n) Glied“, das nie wieder vollständig seine ursprüngliche Kraft gewinnen könne. Aktueller als heute waren diese Schriften nie.


