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Merck’s Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Nachdruck der Ausgabe von 1920.
556 Seiten, 16 x 24,5 cm, Leinen.

ISBN 978-3-933497-13-0
Verfügbarkeit:
22,00 €

Der warenkundliche Fadenriß.

Es ist merkwürdig: Vom Ende des 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts gab es einen großen Fundus weitverbreiteten warenkundlichen Verbraucherwissens. Die Verlage produzierten eine Vielzahl einschlägiger Lexika, an den Schulen wurde das Fach ernsthaft unterrichtet (und so jene gewisse Immunität gegen die Werbung erzeugt, um die sich unser „ideologie- und sprachkritischer“ Deutschunterricht in den vergangenen Jahrzehnten völlig erfolglos bemühte), und das Wissen der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufgewachsenen Menschen über Wert und Unwert ihrer Alltagsdinge überstieg das heutiger „Fachverkäufer“ um ein Vielfaches. Irgendwann in den 60er Jahren gab es dann den warenkundlichen Fadenriß. Entsprechende Zeitschriften stellten ihr Erscheinen ein, und von Dr. Oetkers Warenkunde – nach dem Krieg ein Bestseller – erschien schließlich 1966 die letzte Auflage. Die Neugier darauf, was „neu“ ist, verdrängte die Wißbegier darauf, was gut ist.

Merck’s Warenlexikon ist eines der großen Warenlexika aus der Zeit um 1900. Zwischen 1874 und 1925 erschien es in sieben hohen Auflagen, in einer Zeit also, die von beidem geprägt war: der Begeisterung für die grundstürzenden technischen Neuerungen und der Sorge um sich anbahnende Verluste an Qualität und Charakter. Hilfe bei der Entscheidung darüber, ob Sie Ihr „Home Cinema“ mit Dolby-Surround-Klängen füllen sollten oder doch lieber nicht, können Sie von einem 1920 erschienenen Werk freilich nicht verlangen. Aber über all das, was Anfang des 20. Jahrhunderts technisch entwickelt und in Gebrauch war (und das bildet ja immer noch die überwältigende Mehrheit auch der Dinge, mit denen wir heute Tag für Tag umgehen) – von Absinth, Alabaster und Aluminium bis Zaponlack, Zitronat und Zwiebelöl – erfahren Sie alles: In allen Artikeln finden sich „... Angaben über die Abstammung und das natürliche Vorkommen, über die Herstellung, Eigenschaften und Verwendung der Waren, bisweilen auch über etwaige Verfälschungen und deren Erkennung ...“ (aus dem Vorwort).

Also: Ein mit Nutzen anzuwendender Ratgeber und eine kulturhistorische Fundgrube.

Dokumente zum Herunterladen:

MANUSCRIPTUM VERLAGSBUCHHANDLUNG THOMAS HOOF KG