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Gedichte gegen Überdüngung

Gedichte gegen Überdüngung
Manu Scriptum 10. Februar 2017





Gedichte gegen Überdüngung, Sonette gegen Spaltenböden, Schwärmer zu Pflugscharen. Mit Lyrik in der Art neuer Bauernregeln wollte man im Bundesministerium für Umwelt und etc. unter der Grünen Barbara Hendricks auf die Naturzerstörung durch die hiesige Landwirtschaft hinweisen:


Sieht man sich die propagandistischen Häkeldeckchen, die im Internet und auf Plakatwänden verbreitet wurden, an, muß man allerdings davon ausgehen, daß sie auf dem Mist einer verstädterten Werbeagentur gewachsen sind. Adressaten waren wohl auch weniger amusische Bauerntölpel, sondern Kreuzköllner Ökomarkt-Gänger, die nachmittags Chai-Latte trinken.

Wie dem auch sei; wenn man auch auf die güllesprengenden Bauern gar nicht gezielt hatte, sondern einfach nur ein vorzeitiges Wahlkämpfchen treiben wollte, fühlten sich ebenjene dennoch getroffen. Und heulten mächtig auf. Die Bauern zeihten das Bundesministerium der fake news und mobilisierten die ruralen Reste der CDU plus Siebenschläfer aus den einschlägigen Landwirtschaftsverbänden. Das ganze entwickelte sich in der Art eines mittelalterlichen Sängerwettstreits – heute: Battle – und selbst die Agrarier flogen hinauf zu elysischen Höhen:

Als Ministerin sind Sie damit untragbar für unser Land
das ist hoffentlich nun auch der Kanzlerin bekannt.
Sollten Sie auch nur über einen Funken Anstand verfügen
stoppen Sie sofort die weitere Verbreitung dieser Lügen. (verfaßt vom südpfälzischen Bauernpräsidenten Eberhard Hartelt)

Vielleicht dank solcherart bukolischen Raps obsiegten die Bauern; trotz eigentlich unstrittiger Inhalte mußte Frau Hendricks um Entschuldigung bitten. Das Publikum wird jedenfalls seinen Spaß gehabt haben.

Mehr dazu hier, hier und vor allem hier:

PS: Wir haben da auch noch einen: Wenn der Hahn kräht auf dem Mist, kommt der Klimawandel… oder alles bleibt wie es ist.